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Aus Baden-Württemberg: Stuttgarter Bürger fordern „Bürgerwald statt Nutzwald“!

Mit ungeheurem Engagement kämpft die BI Zukunft Stuttgarter Wald für ihren Naherholungswald. Denn selbst in der Landeshauptstadt wird unter dem grünen Oberbürgermeister Fritz Kuhn von den lokalen Forstbehörden im Stadt- und Staatswald massiv in die Wälder und insbesondere in den Altbaumbestand aus wirtschaftlichen Gründen eingegriffen!

 

Dabei hat die Stadt über 300 Millionen € Überschüsse und fällt die unersetzlichen alten Bäume im Stadt- und Staatswald für gerade mal 600.000 € Ertrag pro Jahr. Ein geringer Gewinn für eine Stadt, die unter ihrem Talkesselklima und der hohen Feinstaubkonzentration leidet.

 

Die Bürgerinitiative formierte sich im Februar 2018, als es im Stadtteil Botnang im FFH-Wald, Natura 2000-Gebiet und Naturschutzgebiet Rot- und Schwarzwildpark zu massiven und gezielten Fällungen insbesondere der alten Buchenbestände kam. Die Erklärungen seitens des Forstamts waren ausweichend, unbefriedigend und für die Bürger nicht nachvollziehbar. Daher holte sich die Stuttgarter Bürgerinitiative Rat und Hilfe von Experten aus dem gesamten Bundesgebiet. Die örtlichen Umweltverbände BUND und NABU wurden ebenso wie Greenpeace eingebunden.

 

Mit erstem Erfolg, denn inzwischen ist der Wald auch in den politischen Gremien ein Thema. Nach einer Podiumsdiskussion im Oktober 2018 im Beisein von Vertretern der politischen Fraktionen sowie externen Sachverständigen (Lutz Fähser, Forstdirektor Stadt Lübeck a.D.; Johannes Enssle, NABU-Vorsitzender BW) und Vertretern des Forstamtes kam Bewegung in die Sache.

 

Ende 2018 wurde im zuständigen Ausschuss für Umwelt- und Technik (UTA) einstimmig entschieden, dass ein „Waldgremium“ geschaffen werden soll, dass sich mit der langfristigen Waldstrategie der Landeshauptstadt befasst.

 

Doch in der Praxis hat sich bislang nichts zum Positiven entwickelt und die eigentliche Arbeit beginnt erst!

Denn obwohl von Waldbesitzern beklagt wird, dass der Wald zunehmend unter Klimawandel, Hitze im Sommer und Borkenkäferbefall leidet, gehen die Fällungen in Stuttgart massiv weiter, zuletzt am Frauenkopf in Stuttgart Ost, in Stuttgart Rohr, in Zuffenhausen, in Stuttgart Heslach, in Degerloch, in Stuttgart Feuerbach am Heimberg und am Tauschwald sowie im Kräherwald. Derzeit gibt es auch wieder heftige Holzeinschläge im FFH-Naturschutzgebiet Rot- und Schwarzwildpark in Stuttgart-Botnang (s. Foto).

 

Überall wird weiterhin gerade der Altbaumbestand mit großen Gerätschaften unter Inkaufnahme von langfristigen Bodenschäden dezimiert.

 

Die Bürgerinitiative fordert nun endlich den Stopp der massiven Baumfällungen im Stuttgarter Wald und den konsequenten Vorrang der Naherholung vor der überzogenen Holzernte. Zur Naherholung gehört auch, dass die zahlreichen stillgelegten oder abgebauten Waldspielplätze, die gerade junge Menschen zum Naturerleben und Waldwissen motivieren sollen, wiederhergerichtet werden.

 

Die BI aus Stuttgart hat sich inzwischen ebenfalls der Bundesbürgerinitiative Waldschutz (BBIWS) angeschlossen.

 

Bitte unterstützen Sie unsere aktuelle Petition unbedingt bei change.org unter

 

www.change.org/p/waldstuttgart

 

Die Forderungen konkret:

 

· Schutz des Altbaumbestandes

 

· schonender Umgang mit den Waldböden

 

· Vermeidung weiterer Waldauslichtungen

 

· Schaffung eines ausreichenden Anteils von Referenzflächen mit Prozessschutz (mindestens 10 bis 20% der Waldfläche)

 

Warum ist das wichtig?

Stuttgart braucht als feinstaubgeplagte Stadt mit Kessellage dringend Kalt- und Frischluftentstehungsgebiete sowie die für eine Großstadt wichtigen Naherholungsgebiete. Dafür sind die Wälder unverzichtbar. Unabhängig davon ist die Artenvielfalt in den kaum noch vorhandenen Altbaumbeständen ökologisch wichtig. Weitere Bedeutung kommt ihnen bezüglich der Klimaeffekte durch die CO2-Senke in alten Waldbeständen zu.

 

Jetzt geht es darum, dass die Entscheidungsträger endlich die Bedeutung der Thematik erfassen, die Probleme verstehen und auf ernsthafte Lösungen hinarbeiten. Das geht leider wie so häufig nur, wenn die öffentliche Aufmerksamkeit bzw. der öffentliche Druck zu nimmt.

 

Dabei hilft es auch nicht, wenn pressewirksam versucht wird, die Holzernte als Umweltschutzmaßnahme darzustellen. Erst vor Kurzem hieß es, man wolle den Wald "winterfest" machen. Das hat selbst den bekannten Förster Peter Wohlleben persönlich zu einer Stellungnahme auf den Plan gerufen:

 

www.facebook.com/PeterWohlleben.Autor/videos/282124505824674/

 

Weitere Informationen und Kontakt:

 

htttp://www.wald-Stuttgart.de

 

facebook: http://fb.me/waldstuttgart

 

Twitter; @zukunft_wald