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Thüringen: Erfolg für den Schutz des Waldgebietes Ettersberg!

Naturschutzgebiet „Prinzenschneise“ entlang des Naturlehrpfades und im Naherholungsgebiet der Stadt Weimar, gleichzeitig EU-Vogelschutz- und FFH-Gebiet „Großer Ettersberg“ bei Weimar, Thüringen.
Naturschutzgebiet „Prinzenschneise“ entlang des Naturlehrpfades und im Naherholungsgebiet der Stadt Weimar, gleichzeitig EU-Vogelschutz- und FFH-Gebiet „Großer Ettersberg“ bei Weimar, Thüringen.

 

Zur Petition für den Schutz des Waldgebietes auf dem Ettersberg gibt es gute Nachrichten!

Der Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten des Thüringer Landtags hat nach der Sitzung im April am 17.05.2018 erneut über die Petition beraten. Folgende Empfehlungen bzw. Ergebnisse werden nun an den Petitionsausschuss gehen:

 

Die Fraktionen DIE LINKE, SPD und B90/DIE GRÜNEN schlagen unter anderem vor, den Abstand der Rückegassen im NSG „Prinzenschneise“ auf 40 m zu vergrößern und die im Doppelhaushalt 2018/19 veranschlagten 80.000 € der Landesforstanstalt für den Mehraufwand des Einsatzes von Rückepferden zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen die Rückegassen nicht bis an die Waldränder bzw. an die historischen Sichtachsen aufgehauen werden. Habitatbäume sollen besonders gekennzeichnet werden.

Die CDU-Fraktion erklärt, dass die Gemeinwohlfunktion des Ettersberger Waldes stärker als bisher berücksichtigt werden soll und fordert, dass alle Bewirtschaftungsmaßnahmen auf dem Ettersberg nur in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden durchgeführt werden sollen, um eine Verschlechterung des Zustandes der Schutzgebiete zu verhindern. Da jedoch der Betrag von 80.000 € für den Einsatz von Pferden als Hilfe bei der Holzernte nicht annähernd die finanziellen Einbußen von ThüringenForst ausgleicht, fordert sie weitere finanzielle Mittel zum Ausgleich wirtschaftlicher Nachteile und für zusätzliche bodenschonende Maßnahmen.

 

Holzeinschläge seit 2016 mit Harvester-Schwertechnik, Rückegassen von mind. 5 m Breite in Abständen von 20 m, aufgerissen bis zu den Waldrändern im Ettersberger Staatswald
Holzeinschläge seit 2016 mit Harvester-Schwertechnik, Rückegassen von mind. 5 m Breite in Abständen von 20 m, aufgerissen bis zu den Waldrändern im Ettersberger Staatswald

 

Alles in allem ist das für die Bürgerinitiative Pro Ettersberg ein sehr positives Ergebnis und bestärkt sie, weiter zu kämpfen. Auch wenn sie ihrem Ziel, die Einführung des naturschonenden, nachhaltigen und wirtschaftlich vorbildlichen Lübecker Modells für den gesamten Landeswald-Anteil des Ettersberger Waldes noch nicht geschafft hat – sie ist ihm ein ganzes Stück näher gekommen! Waldzerstörungsbilder gehören damit hoffentlich bald der Vergangenheit an.

 

Übergabe der Petition der Bürgerinitiative Pro Ettersberg am 10.08.2017 an den Thüringer Landtag
Übergabe der Petition der Bürgerinitiative Pro Ettersberg am 10.08.2017 an den Thüringer Landtag