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Aus Nordrhein-Westfalen: Keine Harvester mehr im Naturschutzgebiet "Königsdorfer Wald"!

Die Waldfreunde Königsdorf berichten von ihrem erfolgreichen Einsatz für eine andere Bewirtschaftung des Königsdorfer Waldes:

 

Dem Schutz und Erhalt unserer Wälder kommt in einer Zeit des massiven Verbrauchs der Biomasse Holz eine besondere Bedeutung zu. Zahlreiche internationale und nationale rechtliche Verpflichtungen sollen den Schutz der Natur und die biologische Vielfalt sichern. Auf europäischer Ebene regelt dies u. a. die Richtlinie zum Schutz von Fauna, Flora und Habitaten (FFH- Richtlinie). Das Naturschutzgebiet Königsdorfer Wald wurde 2004 in das europäische Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ aufgenommen und damit rechtskräftig als FFH-Gebiet ausgewiesen. Dies geschah aufgrund besonders schützenswerter Buchen- und Eichenwaldbestände, Feuchtbiotope und verschiedener dort lebender Vogelarten. Hier muss der Naturschutz mit weitem Abstand Vorrang vor der Bewirtschaftung haben. Bäume sollen ihr natürliches Lebensalter erreichen dürfen. Das erhält und fördert den Altwaldcharakter des Königsdorfer Waldes und erhöht deutlich den Anteil der geschützten Arten. 

 

Im Rahmen der Fällaktion 2009 / 2010 konnte der Landesbetrieb Wald und Holz NRW noch ungestört wirtschaften. Durch Einsatz von Harvestern und Forwardern entstanden sehr massive Schäden im Wald und auf den Wegen. Im Mai 2010 gründete sich die Bürgerinitiative Waldfreunde Königsdorf. Die massiven Bürgerproteste machten die Politik auf uns aufmerksam und auf Anregung des damals zuständigen Ministers Remmel wurde ein Mediationsverfahren wurde in Gang gesetzt -  die Kosten trug das Ministerium. Am Ende der fast zweijährigen Verhandlungen stand im Dezember 2012 ein Mediationsvertrag.

 

Zentrale Elemente: Laubbäume älter als 60 Jahre werden nicht mehr geschlagen. Fällungen erfolgen motormanuell und das Rücken mit Pferd. Keine Harvester mehr im Königsdorfer Altwald, Forwarder nur auf befestigten Wegen!  Am Waldpflegeplan, der den Mediationsvertrag ablösen sollte, war die Bürgerintiative beteiligt, verweigerte aber die Zustimmung, weil der Einsatz von Forwardern auf Rückegassen wieder vorgesehen ist und auch ältere Buchen (178 Jahre) entnommen werden sollen. Über die strittigen Punkte stehen in 2019 weitere Verhandlungen mit Ministerium und Forstbehörde an. Festzuhalten ist: Seit 2012 sind keine älteren Laubbäume mehr geschlagen worden und der Einsatz von Forwardern auf Rückegassen erfolgte nur sporadisch. Wir, die Waldfreunde Königsdorf, bleiben dran. Wir kämpfen weiter für unseren Wald!

 

Ein Auszug aus dem erreichten Mediationsvertrag zur Waldbewirtschaftung im Königsdorfer Wald und weitere Informationen unter: 

 

 

www.waldfreunde-koenigsdorf.de