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Aus Bayern: Tag des Waldes oder Welttag der Forstwirtschaft?

Leider war der Tag des Waldes am 21.03. in fast allen Medien erwartungsgemäß wieder fest in der Hand von Ministerium und Forstwirtschaft und somit einmal mehr ein Welttag der Forstwirtschaft.

 

Einer Staatsregierung, die weniger als ein Prozent der Wälder aus der Holznutzung lässt, sind Borkenkäfer und Klimawandel scheinbar willkommene Helfer, um unsere öffentlichen Wälder in einer unfassbar rücksichtslosen, waldboden- und artenschädigenden Art und Weise zu plündern.

Geht es wirklich nur darum, tatsächlich vom Käfer befallene Bäume aus dem Wald zu bringen oder geht es nicht eher um die Fällung vorrangig stattlicher Fichten und Kiefern, die kerngesund und durchmesserstark sind?

Ist es nicht eher so, dass unsere Wälder gerade aufgrund des zu stark forcierten Waldumbaues erst geschädigt werden - ausgeführt durch eine hochtechnisierte gewinnorientierte Holzindustrie? Schon jetzt sind die katastrophalen Auswirkungen für die empfindlichen jahrtausende gewachsenen Waldböden deutlich sichtbar und erwiesen, sind viele waldtypische Tier- und Pflanzenarten erheblich zurückgegangen!

Wird hier nicht ein Übel (Klimaveränderung) durch ein anderes, noch schlimmeres bekämpft und dem Wald gerade erst dadurch zugesetzt mit der Folge von Austrocknung, Windwurf, Sonnenbrand, Käferbefall usw.?

Warum schweigen der Bund Naturschutz und die Naturschutzbehörden beharrlich zu solchem Waldfrevel?

Wie kann es sein, dass eine auf Nutzung ausgerichtete Forstwirtschaft keinen externen Kontrollen unterliegt?

Warum sitzen im Aufsichtsrat der Bayerischen Staatsforsten nur Vertreter des Freistaats Bayern, der Wirtschaft und dem Forstwesen unter dem Vorsitz einer Staatsministerin, die angetrieben von Holz und Cluster „Da geht noch mehr!“ in den Wald ruft, anstatt zur Maßhaltung im Umgang mit einer längst nicht mehr nachhaltigen Ressource zu ermahnen?

Sieht so vertrauensvolle Waldbehandlung aus?

Mein Bürgerwald wurde geschädigt, misshandelt, Brutzeiten missachtet, die meisten der Starkbäume gefällt, Rehe und Hasen sieht man kaum noch ... - immer mehr komme ich zur Überzeugung, dass der Borkenkäfer der Holzindustrie willkommene Dienste erweist, um massenhafte Fällungen gesunder Nadelbäume zu ermöglichen, während hinter den Kulissen in ganz Deutschland bereits auf großer Fläche die Renaissance der Nadelholzplantagen eingeleitet wird.

 

Claudia Blank, Lauf