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Aus Hessen: Was vom Walde übrig blieb....

 

Liebe Waldfreunde, die Zerstörung unserer Wälder können wir aufhalten, wenn wir als Bürger klar zeigen, was wir wollen - gesunde Wälder, keine labilen Holzfabriken aus Brotbäumen der Forstwirtschaft! Schon weil wir Kinder haben, weil der Klimawandel die ganze Erde bedroht, weil überall geholzt wird, um Geld zu machen oder Palmöl zu produzieren, müssen wir zusammen arbeiten. Bitte informiert Euch, denn Wissen schützt vor Blindheit. Geht mit offenen Augen durch die Wälder, lest zu einem anderen Umgang mit Wäldern nach bei der Naturwaldakademie https://naturwald-akademie.org. Wir dürfen nicht aufgeben, das sind wir den nächsten Generationen schuldig!

 

Bleiben wir unbeirrt am Thema, so wie Hakan Günder, der aktuell zur Zerstörung des Waldgebiets Seidenbuch in Lindenfels berichtet. Auf seiner Homepage www.fff-odenwald.de hat er als entsetzter Bürger viele wertvolle Informationen in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen und stellt sie jedem Waldfreund zur Verfügung. Nicht um zu resignieren. Nein! Um für den Wald zu kämpfen, wie es bereits viele Bürger in allen Bundesländern tun! Hier nun sein Bericht:

 

Hessen-Forst betont immer wieder, dass nicht mehr Holz eingeschlagen wird, als im Wald wieder nachwächst. Das gilt leider nicht für Lindenfels. In der letzten Waldbegehung wurde bestätigt, dass mehr Buchen geschlagen werden als nachwachsen. Die Waldzustände in Lindenfels sprechen für sich. Auch das Forstministerium in Hessen bestätigt, dass in den alten Buchenwäldern deutlich über dem Zuwachs geerntet wird. So hat ein Filmbeitrag von 2013 auch 2019 durchaus noch immer Gültigkeit:

 

https://www.youtube.com/watch?v=RF4NjRAfG-M

http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/169766/index.html

 

"Schlagt die alten Buchen, bevor sie unter Schutz gestellt werden..."

 

Das betroffene Staatswaldgebiet in Seidenbuch ist ca. 8 Hektar groß, das entspricht einem Quadrat mit einer Seitenlänge von ca. 300 m. Es beginnt am "Schannenbacher Eck" und wird von der Försterei Fürth (Hessen-Forst) bewirtschaftet.

Dieses "besonders schutzwürdige" FFH-Gebiet mit der Nummer 6218-302 trägt den Namen "Buchenwälder des Vorderen Odenwaldes". Es ist sowohl ein FSC als auch FFH-Gebiet (Natura 2000), es gelten also ganz besondere Schutzbestimmungen für seltene Pflanzen- und Tierarten, die von einem gesunden, naturnahen Buchenwald abhängig sind und vor dem Aussterben bewahrt werden sollen. Bisher wurden aber genau hier über 100 alte Bäume gefällt und es tragen noch weitere Bäume Fällmarkierungen. Bei den gefällten Bäumen handelt es sich zum größten Teil um Altbuchen sowie einige Eichen - auch solche mit Nisthöhlen. Daneben gibt es viele Baumverletzungen und Bäume, die beim Fällen mitgerissen wurden - auch Biotopbäume wurden nicht verschont. Im Rahmen der hier vorgenommenen sogenannten "Waldverjüngung" ist vielerorts nicht einmal mehr Stangenholz gegeben. Der "Schutzbeauftragte" dieses Gebietes ist interessanter Weise ebenfalls Hessen-Forst - kann also eine vorrangig an Nutzung und Geldinteressen orientierte Forstwirtschaft ein Waldgebiet zugleich nachhaltig schützen? Offensichtlich nicht.

 

Hier wird der Ausbeuter des Schutzgebietes zum Schützer ernannt und unabhängige Kontrollen zu den Naturschutzvorgaben gibt es nicht!

 

Wir hören immer wieder das Argument, wir müssten die Wälder so stark nutzen, damit der Regenwald nicht angetastet wird. Ein Förstermärchen erster Klasse! Hier könnte man schon eher sagen: Der "Nachschub für Asien" ist gesichert:

https://www.allgemeine-zeitung.de/politik/hessen/unfairer-deal-hessen-holz-fur-china_18689715

 

Weitere Informationen hierzu auf unserer Webseite unter:

www.fff-odenwald.de In der Rubrik WALDZUSTÄNDE finden Sie auch dort das Waldgebiet in Seidenbuch wieder. Ihr Hakan Günder