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Trotz Waldsterben - der Ausverkauf der Wälder geht weiter! Teil 3 – Mecklenburg-Vorpommern

 

„Urige Wälder, wildromantische Küstenabschnitte, ruhige Seen und eine artenreiche, heimische Flora und Fauna - Natur pur in MV… Der beispielhafte Umgang des Menschen mit der Natur spiegelt sich auch in den Naturparks und Biosphärenreservaten wider.“ So wirbt Mecklenburg Vorpommern auf seiner Homepage „MV tut gut“!

 

Reden wir hier vom gleichen Bundesland? Das Schlagwort „Natur im Fokus“ trifft auf gänzlich andere Weise zu – Mecklenburg-Vorpommerns ehemals wunderschöne Küstenwälder werden sukzessive ausgelöscht!

 

Beispiel: Bad Doberan an der B 105 - eine von vielen Einschlagstellen in diesem Winter im

Landkreis Rostock. Und jedes Jahr das gleiche Bild! Tausende Bäume liegen am Wegesrand und zurück bleibt ein verwüsteter Wald.

 

Als wären die massiven Schäden in den Wäldern nach zwei Dürrejahren noch nicht genug, fahren Forstwirtschaft und private Waldbesitzer auch in diesem Winter wieder mit schwerem Gerät in die Wälder des Landkreises ein. Der Umwandlung natürlicher ehemaliger Laubwälder in tote Nadelholz-Monokulturen folgt nun der Ausverkauf der verbliebenen Laubwaldbestände.

 

 

 

Zwischen den bekannten Ostseebädern Rerik, Kühlungsborn und Bad Doberan bis hin zur Bundesstraße 105 gibt es keinen Wald mehr, der von den massiven Eingriffen verschont wäre. Und wir reden nicht von einer Veränderung seit „Urzeiten“ - was hier noch vor 10 Jahren dichte, undurchdringliche Wälder waren, sind mittlerweile lichte Parklandschaften, in die das Sonnenlicht ungehindert eindringt, das Waldklima sich aufheizt und nach katastrophalen Hitzejahren den Trockenstress im Boden noch erhöht.

 

Soll das der gelobte „beispielhafte Umgang des Menschen mit der Natur“ sein? In einer Landschaft, die allein durch ihre natürliche Schönheit auch in den Wäldern ein Juwel für Erholungssuchende sein könnte? Und ein echtes Refugium für Tiere und Pflanzen auch außerhalb der Nationalparks? Nicht nur für Touristen, sondern gerade auch für die Menschen, die hier leben?

 

Alles was in diesen Wäldern gerade „nachhaltig“ passiert, ist der massive Einschlag, die Zerstörung des Waldinnenklimas, die Verdichtung der Böden, die Beseitigung jeden Unterholzes, die fehlenden Waldsaumgesellschaften, das Anlegen von Rückegassen, die überall sichtbaren Sprayzeichen, das Einbringen von Baumüll in die Waldwege und die damit verbundene Zerstörung von Lebensraum und Biodiversität im Wald.

 

 

 

Schon im letzten Winter wurde auch ein großer Teil des  Stadtwaldes, der im Besitz des Forstamtes Bad Doberan ist, massiv durchforstet und aufgelichtet. Schwer nachvollziehbar, dass gerade dort, wo der Wald in erster Linie der Naherholung dient, rücksichtslos in den noch erhaltenen Buchenbestand eingeschlagen wird. Fassungslosigkeit auf Bürgerseite, denn es nicht das erste Mal, dass der Stadtwald so zugerichtet wird. Übrigens war auch hier einmal ein Werbeslogan der Stadt: "Die grüne Stadt am Meer"... .

 

Das Argument der „Waldverjüngung“, das von Forstverwaltungen den Bürgern gegenüber wie ein Mantra wiederholt wird,  hat  jedenfalls ausgedient. Hier kann es nur um zweifelhaften (und nicht mal hohen) Profit gehen! „Malerische Buchenwälder“, die die Werbeseite verspricht,  gibt es nur noch in den UNESCO- Welterbestätten. Reine Museumswälder also, während die übrigen Bestände „nachhaltig“ zugrunde gerichtet werden.

 

 

https://waldreport.de

Tragen Sie hier als Bürger Ihre Beobachtungen in Ihrem Wald ein!

Der Online-Radar gegen Waldzerstörung, liefert wertvolle Informationen zu den Wäldern vor unserer Tür und erfasst die Waldschäden bundesweit. Hier können wir BürgerInnen ohne großen Aufwand (nur Anmeldung auf dem Portal) die beobachteten Waldschäden kartieren, beschreiben und Fotos einstellen. Das dient nicht zuletzt der Vernetzung der Waldschutzinitiativen und informiert über den bundesweiten Zustand der Wälder!