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WALDWENDE JETZT! - Neugründung Bürgerinitiative in der Rheinebene

Foto copyright Susanne Ecker
Foto copyright Susanne Ecker

Am 16. Juni 2020 gründet sich die überregional aktive Bürgerinitiative WALDWENDE JETZT! im Rahmen einer Videokonferenz. Bislang gibt es etwa 50 Interessierte für die Gründungsversammlung, die sich dieser Bewegung anschließen wollen.

 

Hauptforderung ist die Einstellung der konventionellen Forstwirtschaft in der Oberrheinebene und den angrenzenden Vorbergzonen von Basel bis Frankfurt. Ein alternatives Behandlungskonzept wird derzeit erarbeitet und diskutiert, um politische Entscheidungsträger und Waldbesitzer zu beraten. Zahlreiche vorhandene Bürgerinitiativen und engagierte Einzelpersonen von Lörrach in Südbaden bis nach Darmstadt wollen sich der Initiative anschließen.

 

Die verbliebenen Wälder in der Rheinebene sind durch die Folgen des Klimawandels, Grundwasserabsenkungen und eine unangemessene Forstwirtschaft in ihrer Existenz akut bedroht. Experten verschiedener Fachrichtungen fordern einen Paradigmenwechsel in der Wertschätzung und Behandlung unserer Wälder. Die Rheinebene ist ein Hotspot des Klimawandels, nirgendwo werden solche Klimaextreme erreicht, wie im Grabenbruch des Oberrheines.

 

Projektionen wissenschaftlicher Institute lassen einen Zusammenbruch der Waldökosysteme in den nächsten Jahrzehnten vermuten. Nach den Dürresommern wurden die Wälder bereits so aufgelichtet, dass das bestehende Waldinnenklima den Temperaturextremen und den fehlenden Niederschlägen nichts mehr entgegensetzen konnte.

 

Dennoch setzt man auf eine traditionelle Forstwirtschaft, die mit Technokratie auf eine ökologische Katastrophe zu reagieren versucht und damit die Probleme weiter verschärft. Bodenbefahrungen, Anbau exotischer Baumarten, Entzug der Biomasse durch Räumung der Flächen, Baumzuchten in Kunststoffhüllen sind die unangemessene, teure und zum kläglichen Scheitern verurteilten Versuche, der Lage Herr zu werden.

 

Die Bürgerinitiative WALDWENDE JETZT! setzt dagegen auf ein neues Wassermanagement bei der Behandlung der Wälder, eine Entwicklung zu den potenziell natürlichen Waldgesellschaften, ein Neophytenmanagement und eine sanfte Waldentwicklung. Am Ende werden neue Wertschöpfungsketten entstehen, die systemverträglicher sind, als die ohnehin unrentable Produktion von Rohholz, welches in kurzfristige Verwendungen, wie in die Papier- und Spanplattenindustrie geht oder nach China exportiert wird.

 

Nach der Gründungsversammlung wird es Regionalkonferenzen für die Bereiche Südbaden, Nordbaden, Südhessen und den Bereich der Vorderpfalz geben. Die bundesweite Unterstützung prominenter Forstleute und anderer Wissenschaftsdisziplinen wurde bereits zugesichert.

 

Der Wald in der Rheinebene muss mit klugen Ansätzen erhalten werden. Er ist von herausragender Bedeutung für den lokalen Klimaschutz, Rückzugsraum für seltene Arten, Grundwasserspeicher, Erholungs- und Lernraum und vielseitiger Immissionsschutz. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren, wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Behandlung der Wälder entlang des Rheins. Wir brauchen eine:

 

WALDWENDE JETZT! Wir haben was gut zu machen.

 

 

 

WALDWENDE JETZT!

Ansprechpartner: Volker Ziesling

Kontakt: volker.ziesling@t-online.de